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Tipps für die Spielleitung (Teil 2)

Viel Spaß mit Teil 2 unserer gesammelten Micro-Blogposts von unserem Dungeon Starter Instagram-Account! Teil 1 der Reihe noch nicht gelesen? Hier findest du Post eins bis sechs.

Beispielbild mit Gegnermassen in einer Tabletop-Rollenspiel Kampf
Faustregel: Viele kleine Gegner sind für Gruppen in vielen Spielsystemen gefährlicher als ein großer.

„Wenn Du einen einfachen Kampf willst, wähle einen großen Gegner. Wenn Du einen tödlichen willst, nimm zehn kleine.“

Fernöstliches Spielleitungssprichwort

Ein einzelner Gegner kann noch so krass auf dem Papier aussehen, im Kampf ist er oft doch nur ein One-Hit-Wonder. Wenn er trifft, tut’s weh – aber dann sind die Spielercharaktere alle dran. Gerade wenn sie „nova“ gehen und alle (Spezial-)Attacken auf den Dicken konzentrieren, dauert das ganze meistens nicht lang. Wenn sie sich hingegen vielen schwächeren Gegnern gegenübersehen, sieht das schnell anders aus. Viele Gegner bedeuten viele Attacken und damit eine mathematisch höhere Wahrscheinlichkeit, dass sie treffen. Besonders wenn noch Überzahl regeltechnisch relevant wird und Kombo-Attacken ins Spiel kommen! Und sobald ein Charakter fällt, beginnt die Todesspirale und die Überlebenden bekommen noch mehr Attacken ab.

Auch in unseren Spielrunden kommt es immer wieder vor, dass Kämpfe überraschend leicht oder tödlich sind und der optimale Punkt der Herausforderung („Geiler Kampf! Aber ich hatte zwischen echt Schiss, dass wir drauf gehen.“) schwer zu treffen ist.

Konzept Be a fan of the Characters aus Dungeon World
Wenn du dich als Spielleitung immer als Fan der Spielercharactere siehst, wird es dir nicht schwerfallen eine für alle unterhaltsame Rollenspiel-Session zu gestalten.

„Sei ein Fan der Charaktere!“ – Wenn Du Dir als Spielleitung dieses Prinzip aus dem System Dungeon World (mehr auf der deutschen Dungeon World Website) zu Herzen nimmst, bist Du auf dem besten Weg, immer wieder tolle Erlebnisse für Deine Spieler*innen zu schaffen.

Es ist wie mit Deiner Lieblingsserie: Als Fan stehen für Dich die Charaktere im Vordergrund. Du fühlst mit ihnen ihre Erfolge und Niederlagen, lässt Dich von ihnen überraschen und willst ihre Geschichten miterleben. .

Was das ganz praktisch für Deine Rollenspielrunde heißen kann? Zum Beispiel versuchst Du, dass jeder Character seinen Spotlight-Moment bekommt, ihre Hintergrundgeschichten ins Spiel kommen oder dass sie ihre Ziele verfolgen und – trotz Widerstände und Gegnern – erreichen können.

Sheat Sheets im Rollenspiel für Anfänger und Fortgeschrittene
Sheat-Sheets sind für Spielleitung wie Spieler*innen gleichermaßen wertvoll!

258 Seiten Regelwerk, 19 Klassenfähigkeiten, 77 Spielleitungstipps, 150 Seiten Kampagnennotizen … das kann sich doch keine Sau alles merken! Stimmt. Die Lösung: Spickzettel!

Schreib dir als Spieler*in oder Spielleitung alle Informationen auf eine oder zwei DINA4 Seiten (bei mehr wird’s schon wieder schnell unübersichtlich, notfalls helfen Verweise auf Regelbuchseiten) und nimm sie mit zu eurer nächsten Session. Oder suche im Web nach „Cheat-Sheets“, auf denen wichtige Regeln, wie zum Beispiel für Kämpfe, schon fertig zusammengefasst sind. Auch Rollenspiel-Tipps, an die du denken willst, kannst du dir zum Beispiel gut mit einem Post-it im Spielleiterschirm oder auf dem Charakterblatt vor Augen halten.

Musik im Rollenspiel Beispielbilt mit Lautsprecher und Miniaturen
Musik kann deine Rollenspielrunde enorm bereichern!

Gefahr, Action, Trauer, Spannung, Fröhlichkeit, Bedrohung – Musik hat die magische Fähigkeit, die unterschiedlichsten Emotionen in uns zu wecken. Und deshalb kann sie deine Rollenspielrunde extrem bereichern und zwar auf unterschiedlichste Weise.

Hintergrundmusik
Hier eigenen sich Endlos-Playlists für unterschiedliche und typische Szenen wie spannender Kampf, fröhlicher Tavernenbesuch, entspannte Reise, mysteriöse oder gruselige Orte. Steigert den Mittendrin-Moment für alle am Tisch enorm!


Intro
Ein einzelner Track, der am Anfang jedes Abends gespielt wird, wie das Intro einer Serie. Hier wissen alle: Es geht los!


Charakter-Theme
Das ist Musik, die als Erkennungsmerkmal eines bestimmten Spieler- oder Nichtspielercharakters bei besonderen Szenen gespielt werden kann. Bestes Beispiel: Der Imperial March von Darth Vader

Charakter-Playlist
Etwas spezieller ist die Playlist, die du dir als Spieler*in für deinen Charakter erstellst. Hier wählst du Stücke aus, die zu den Eigenschaften, Erlebnissen und zum Hintergrund passen.

Aber was sind denn gute Quellen für Musik? Film- und Games-Soundtracks, die zum Setting passen (Fantasy, Sci-Fi, Western, …) bieten super Material für deine Rollenspielrunde. Hierfür findest du viel Material kostenlos auf YouTube oder über Musik-Plattformen (bei beiden haben viele gute Leute auch schon spezielle Rollenspiel-Playlists erstellt).

Tipp: Beschränk dich als Spielleitung am Anfang auf das Intro und vielleicht eine kleine Playlist mit actionreicher Kampfmusik, um nicht zu viele Dinge gleichzeitig managen zu müssen. Wenn du mehr Routine hast, kannst du anfangen stärker mit Stimmungen für unterschiedlichste Szenen und auch mit Musikstilen zu experimentieren.

Ein gemeinsamer Hintergrund der Spielercharaktere macht den Start leichter und erzeugt spannende Gruppenkreativität.

Gerade für Anfänger kann es hilfreich sein, wenn die Gruppe eine Organisation als gemeinsamen Hintergrund hat: Kirchenorden, Agentennetzwerk, Verbrecherorganisation, Abenteurergilde, Universität, Monsterjäger AKA Witcher, Adelshaus, Armee, Kult … die Möglichkeiten sind endlos!

Ein Vorteil ist, dass es leicht fällt von Anfang an eine gemeinsame Motivation der Charaktere zu haben (Chef sagt „Geht nach A, macht X!“). Unterschiedlichste Charakterkonzepte lassen sich hier einfach in verschiedene Rollen packen.

Spielleitung und Spieler*innen können ihre kreative Energie in die Ausgestaltung der Organisation stecken – von Feinden und Freunde über Philosophie und Regeln bis hin zu Details wie Ränge, Wappen, Homebase-Karten und Markenzeichen.

Und: Wie loyal die Charaktere zu ihrer (in Wahrheit bösen?) Organisation stehen, wird sich dann im Laufe der Kampagne zeigen.

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